Welt-Föderation

Der Weg zu einer geeinten Welt

Autor: Alfons

Warum Gliederung etwas völlig anderes ist als Trennung

Wir leben in einer polarisierten Welt, die dem geistigen Gefängnis der dualistischen Denkweise entspringt, in das die Menschheit eingesperrt ist. Die Dinge sind aber nicht nur schwarz oder weiß und die Welt besteht auch nicht nur aus Gegenteilen und Antonymen wie Gott und Teufel oder gut und böse, sondern in viel größerem Umfang aus einem sowohl als auch, was dem Verstand früher oder später wie von selbst aufgeht, wenn er nach Freiheit strebt.

Heimito von Doderer hat es einmal so ausgedrückt:
Es hat alles zwei Seiten. Aber erst wenn man erkennt, dass es drei sind, erfaßt man die Sache.

Tatsächlich eröffnet sich durch trinitäres Denken eine komplett neue Perspektive auf unser Leben. Der Mensch entdeckt plötzlich dreidimensionale Strukturen hinter der vermeintlichen Polarität und erfaßt, daß in Wahrheit nichts in zwei Teile getrennt oder gespalten ist, sondern alles aus drei Gliedern besteht und eine Einheit, eine Gesamtheit bildet.
Dies gilt insbesondere auch für die Gesellschaft, in der wir leben. Man durchschaut, daß unsere menschlichen Gemeinschaften als soziale Wesen genauso dreigegliedert sind wie unsere menschliche Körper, stellt dann aber rasch einen gravierenden Unterschied fest: Im Körper funktionieren die aus den drei Keimblätter herausgewachsenen Zell-Organisationen jeweils selbständig, wirken arbeitsteilig zusammen und versorgen sich gegenseitig mit dem, was sie brauchen, während die drei Glieder im sozialen Organismus, also Staat, Wirtschaft und Geistesleben, das nicht tun, mithin nicht eigenverantwortlich und selbständig funktionieren und in ihrem Zuständigkeitsbereich uneingeschränkte Autonomie besitzen, sondern im Gegenteil sich jeder bei jedem in alles einmischt und genau diese widernatürliche Verflechtung die eigentliche Ursache für das “Kranksein” unserer Gesellschaft ist. Die Politik vermengt nämlich drei Dinge, die nicht vermengt werden dürfen: Sie verwaltet sowohl die Wirtschaft, als auch das Recht und die Bildung und formt dadurch den sogenannten “Einheitsstaat”. Praktisch jeder Nationalstaat auf der Welt ist heute als Einheitsstaat konzipiert und in keinem davon funktioniert das Gemeinwesen zum Wohle aller.

Wenn wir also in einer solidarischen Menschen-Gemeinschaft in Frieden und Freiheit zusammenleben wollen, müssen wir zunächst für eine Entflechtung der Nationalstaaten sorgen und aus den drei dann nicht mehr ineinander verwobenen Organen Wirtschaftsleben, Rechtsleben und Geistesleben einen arbeitsteilig operierenden Organismus entstehen lassen. Dazu ist trinitäres Denken erforderlich und die Einsicht, daß Gliederung etwas völlig anderes ist als Trennung oder Spaltung.

Ein gewisser Rudolf Steiner hat uns das übrigens schon vor über 100 Jahren geraten. Aber wem erzähl ich das?

 

A.K., 06.03.2019

Warum wir den Nationalstaats-Gedanken stärken müssen, bevor wir ihn ins Museum stellen

Die Erschaffung des Weltbundes ist, rein völkerrechtlich betrachtet, an sich eine einfache Sache: Derzeit sind laut WIKIPEDIA bei der UNO 193 Nationalstaaten gelistet, die sich wechselseitig als souveräne Staatsgebilde anerkennen und die das Territorium der Erde unter sich aufteilen. Setzen sich alle 193 Länder in Person ihrer Staatsoberhäupter an einen Tisch und unterzeichnen die Weltbund-Charta, dann haben wir ab der nächsten Sekunde eine weltweit gültige Rechtsordnung und eine Menschheitsverfassung, die das Zusammenleben unserer Völker auf die angestrebte nächste Stufe hebt.

Bei der Vergegenwärtigung dieses historischen Moments unterläuft vielen Menschen allerdings ein kapitaler Denkfehler, der das schöne Bild im Kopf von der demokratischen Weltrepublik und einer freudvollen Zukunft der Menschheit sofort in tausend Stücke zerspringen lässt:

Man sieht im Geiste automatisch unsere derzeitigen Staatenlenker um diesen Tisch sitzen und der Kalender an der Wand zeigt das Jahr 2019. Das fühlt sich nicht nur paradox an, das ist es auch und deswegen steigt unser Verstand schon an dieser Stelle aus. Das wird ja nie was!

Denkt man sich aber die Gesichter weg und erblickt, nur um eine Zahl zu nennen, beispielsweise das Jahr 2036 auf dem Kalender, fängt die Fantasie sofort an, wieder in sich stimmige und schlüssige Perspektiven zu erschaffen. So hat man zwar immer noch Beethovens Neunte im Ohr und den Chor, der Schillers „Alle Menschen werden Brüder“ schmettert, aber der Kanzler beispielsweise, der an jenem historischen Tag für die Bundesrepublik Deutschland die Gründungs-Urkunde für die demokratische Welt-Republik unterschreibt, ist einem völlig unbekannt. Gleiches trifft auch auf alle anderen anwesenden Staatsvertreter zu, niemand von uns kennt jetzt eine dieser Personen. In unserer Vorstellung jedoch sind es diese „fiktiven“ Menschen, denen wir zutrauen, in freudiger Stimmung zu einem feierlichen Akt zusammenzukommen, um den Einigungsvertrag für die ganze Welt zu unterzeichnen. Unseren aktuellen Politikern traut das unsere Fantasie schlauerweise nicht zu.

Was ich damit sagen will, ist, dass die Erschaffung eines föderativen Weltbundes aus gleichberechtigten Staaten nur dann möglich ist, wenn wir aufhören, die Art von Politiker an die Macht zu wählen, die jetzt die Welt regieren. Leider drehen wir uns im Kreis einer eingebildeten Alternativlosigkeit, insbesondere was politisches Führungspersonal und die Justierung des Wirtschaftssystems betrifft, sodass die Zuversicht in ein friedvolles und solidarisches Morgen der Menschheit immer mehr schwindet.

Wie sieht eine echte Alternative aus?

Ein Herrscher im alten China wollte einst von seinem weisen Berater wissen, wie er den ständigen Krieg, den Hunger und das Elend in seinem riesigen Reich beseitigen und das immerwährende Chaos überwinden könne und er bekam dies zur Antwort:

Willst Du das Land in Ordnung bringen, so musst Du zuerst die Provinzen in Ordnung bringen.
Willst Du die Provinzen in Ordnung bringen, so musst du zuerst die Städte in Ordnung bringen.
Willst Du die Städte in Ordnung bringen, so musst Du zuerst die Familien in Ordnung bringen.
Willst Du die Familien in Ordnung bringen, so musst Du zuerst Deine Familie in Ordnung bringen.
Willst Du Deine Familie in Ordnung bringen, so musst Du zuerst Dich selber in Ordnung bringen.

Dass man einerseits mit dem In-Ordnung-Bringen im Kleinen, also immer bei sich selber, anfangen sollte, gehört mittlerweile ja zum gedanklichen Allgemeingut, aber als logische Fortsetzung dieses weisen Ratschlages leitet sich andererseits im Großen, am oberen Ende der menschlichen Organisationsstrukturen, frei nach Prof. Mausfeld, diese „Binsen-Wahrheit“ ab:

Wenn du die Welt in Ordnung bringen willst, musst du zuerst das Land in Ordnung bringen.

Es geht also nicht nur um die Definition dessen, was „In-Ordnung-Bringen“ überhaupt bedeutet, sondern auch um die richtige Reihenfolge.
Erachtet man die weltweite Konstituierung der Prinzipien von Freiheit, Gleichberechtigung und Solidarität in Form einer demokratischen Weltrepublik für die derzeitige ultima ratio der menschlichen Gesellschaften, was das „In-Ordnung-Bringen“ betrifft, so muß man sich dessen bewußt werden, daß die politischen Ordnungseinheiten der Erde, die sich zu einem Weltbund zusammenschließen sollen, nämlich unsere Länder, noch alles andere als in Ordnung sind.
Nun kann man souveränen Nationalstaaten die Ausrichtung auf einen normativen weltweiten Einigungsprozess allerdings nicht von außen überstülpen, der Antrieb und der Wille hierzu müssen vielmehr aus jedem Staats-Volk selbst hervorgehen.
Kein Land braucht diesen Weg jedoch alleine und isoliert zu gehen, denn in der vernetzten Welt von heute werden natürlich ständiger Austausch der wandlungswilligen Länder untereinander und grenzüberschreitende Kooperation der politischen Einigungs-Kräfte für einen Synergie-Effekt sorgen und alle Nationalstaaten sukzessive transformieren. Auf individuelle Weise, abhängig von der Staatsform und der Mentalität der Bevölkerung.

Nur in Ordnung gebrachte, gesunde Nationalstaaten können einen gesunden Weltbund erschaffen. Diesen Ordnungsprozess müssen wir jetzt auszulösen, nicht morgen oder in 100 Jahren. Die Zeit ist reif. Oder besser gesagt: Es ist höchste Zeit!

Ein heller Geist wie Kai Ehlers[1] bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt, dass eine Transformation der Nationalstaatsordnung zu einer zwingenden Notwendigkeit für das Überleben der Menschheit geworden ist, die durch Gewaltausbrüche erzwungen wird, falls wir heute Lebenden keine Wege finden, die kooperativen und selbstbestimmten Entwicklungen, wie sie sich weltweit von allen Seiten her andeuten, zuzulassen, zu ermöglichen und zu fördern.

Gewaltausbrüche sind mir ein echtes Gräuel und deswegen fördere ich als einer von diesen „heute Lebenden“ den Gedanken von einer demokratischen Weltrepublik nach Kräften, weil diese Vision nicht nur nach meiner Überzeugung die umfassende Lösung unserer aktuellen Probleme und die wirksamste Gewalt-Prävention überhaupt darstellt. Denn unsere Gesellschaften müssen sich auf dem Weg dahin, als unabdingbare Voraussetzung für eine in Frieden und Freiheit vereinte Menschheit, derart wandeln, ja geradezu transformieren, wie Ehlers es ausdrückt, dass sich durch diesen Änderungsprozess viele Dinge dann wie von selbst in Ordnung bringen und sich zum Schluß alle wundern, warum wir das nicht schon längst gemacht haben.

Wenn wir nun also wissen, daß jeder Nationalstaat zunächst einmal sich selber in die Reihe bringen muß und uns eingestehen, daß auch Deutschland beileibe nicht in Ordnung ist, stellt sich die Frage, wie wir Deutsche es angehen wollen und vor allem mit welcher Absicht. Denn die Energie folgt der Absicht und so würde ein plumpes Vorgehen allein nach dem Motto Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen oder umgekehrt ein deutsches Handeln aus einem Schuldkomplex heraus zu unbefriedigenden Ergebnissen führen.
Gehen wir das Weltbund-Gründungs-Projekt doch für uns selber an. Weil wir als Demokraten und Humanisten unser Land in Ordnung bringen möchten und weil wir als deutsche Nation ein allseits respektiertes und gleichberechtigtes Mitglied in der Weltföderation aller Nationen und Völker sein wollen, die von uns mit erschaffen wurde. Ein erhebendes Gefühl des Einsseins mit allen Menschen und ein Gefühl, dem wir vertrauen können, weil es direkt aus dem Herzen kommt.

Und dann braucht es bloß noch jenen Bundeskanzler, wie ich ihn mir bei dem oben geschilderten Festakt zur Unterzeichnung der Weltbund-Charta noch ohne Gesicht und Konturen vorstelle. Einen jungen Politiker also, den heutzutage noch kein Mensch kennt, der es aber in den nächsten Jahren schafft, mit seiner Vision von einer freudvollen und friedlichen Zukunft der deutschen Nation in einer demokratisch geeinten und solidarischen Welt die Mehrheit des Volkes hinter sich zu bringen und der diese Vision auch staatspolitisch offensiv umsetzt.
Den nächsten Schritt beim Rückwärtsdenken überlasse ich jedem für sich, ich glaube aber, dass wir um die Gründung einer neuen Partei nicht herumkommen werden. Und vor allen Dingen müssen wir mit Putin reden, um Rußland in das Weltbund-Boot zu kriegen. Aber das ist eine eigene Geschichte und einen Blog-Beitrag für sich alleine wert.

Nun will die derzeit herrschende politische Strömung insbesondere uns Europäern aber den Nationalstaat madig machen. Er sei überkommen und man müsse endlich den schädlichen und kleingeistigen Nationalismus zugunsten des weiteren Ausbaus der Europäischen Union überwinden. Damit ginge zwar eine immer weiter zunehmende Übertragung nationaler Souveränitätsrechte auf die übergeordneten Administrations-Strukturen der EU einher, dies sei aber schon aus wirtschaftlichen Gründen geboten und brächte allen unter dem Strich nur Vorteile.
Mir dreht sich dabei der Magen um.

Natürlich müssen die Nationalstaaten im Rahmen ihres föderativen Zusammenschlusses zu einem demokratischen Weltbund in nicht unerheblichem Ausmaß ihre Souveränitätsrechte in bestimmten Bereichen auf die Weltbund-Ebene übertragen, aber diese Ebene ist im Gegensatz zur Europäischen Union auf den Grundpfeilern der Demokratie errichtet und verfügt aufgrund dessen zum Wohle aller über eine funktionierende Gewaltenteilung und Gewaltenkontrolle.

Die Zukunft Europas ist nicht die EU, sondern die demokratische Welt-Republik!

Nationalismus und der Nationalstaats-Gedanke, wie ich ihn verstehe, sind zwei paar Stiefel.
Erst wir und dann die anderen, das ist Nationalismus, den keiner mehr braucht.
Wir und alle anderen gemeinsam, das ist das selbstbewußte, moderne Verständnis von der eigenen Nation, die zusammen mit allen anderen Nationen und Völkern der Erde gleichberechtigt und in Frieden und Freiheit zusammenleben will.
Für die Gründung des demokratischen Weltbundes brauchen wir Nationalstaaten, die über ihre volle Souveränität verfügen und diese nicht an diffuse Machtgebilde abgegeben haben, die nicht in der Absicht geschaffen wurden, der Allgemeinheit zu nutzen.

In diesem Sinne müssen wir jetzt in der aktuellen Situation gerade auch in Deutschland den Nationalstaats-Gedanken stärken und ihn uns nicht ausreden lassen. Nach Erschaffung der Vereinigten Staaten der Erde können wir dann nach einer Weile den National-Staat getrost und in allen Ehren in das Museum für Staatsformen-Geschichte stellen.

A.K., 12.01.2019

[1] https://kai-ehlers.de/2018/12/nationalstaat-in-der-krise-entflechtung-dezentralisierung-dreigliederung/

Warum nicht nur die Vernunft den WELTBUND aller NATIONEN und VÖLKER der ERDE gebietet

Der Westfälische Friede von 1648 ist ein Meilenstein in der Geschichte der europäischen Völker und zwar nicht nur deshalb, weil er den grauenvollen 30-jährigen Krieg beendet hat, sondern weil mit ihm auch die Grundlagen für den souveränen Nationalstaat geschaffen wurden, so wie wir ihn heute verstehen.

Rein ordnungspolitisch betrachtet ist die Idee, die Welt in prinzipiell gleichberechtigte Staaten aufzuteilen, die auf einem jeweils strikt voneinander abgegrenzten Territorium nach eigenem Gutdünken über ihr Staats-Volk herrschen, zum Erfolgsmodell geworden, denn bald war die gesamte Erde in Gebiete aufgeteilt, die entweder diesem oder jenem Land zugeordnet waren, und in denen Völker lebten, die entweder dieser oder jener Nation angehörten.

Frieden hat das der Menschheit allerdings nicht gebracht, im Gegenteil, und spätestens am Ende des 1. Weltkrieges reifte die Erkenntnis, daß diese Nationalstaaten-Struktur ohne übergeordnetes Völkerrechts-Konstrukt nicht funktioniert. Mit besten Absichten schuf man den Völkerbund, um danach in einem noch blutigeren Krieg leidvoll erfahren zu müssen, daß eine als Kontroll- und Ausgleichsinstanz gedachte Institution ohne hoheitliche Machtinstrumente den Egoismus der nach wie vor uneingeschränkt souveränen Nationalstaaten nicht zügeln kann. Der Gründung der UNO nach dem 2. Weltkrieg lag dann nicht mehr die Absicht zu Grunde, die Welt zu einen, was in einem Satz die Tauglichkeit dieser Einrichtung für das Zusammenwachsen der Menschheit beschreibt.

In den beiden kürzlich erschienen Büchern Das demokratische Weltparlament von Jo Leinen und Andreas Bummel[1] sowie Weltordnung von Ignaz Bender[2] wird mit wahrhaft überzeugenden Argumenten dargelegt, warum und weshalb wir nach wie vor danach streben sollten, einen den Nationalstaaten übergeordneten Weltstaat zu errichten. Die Autoren zeigen zwar unterschiedliche Wege auf, wie wir dies bewerkstelligen könnten, sind sich aber als überzeugte Demokraten darüber einig, daß diese Nationengemeinschaft nur ein auf Gleichberechtigung, Solidarität und Freiheit gegründetes demokratisches Gebilde sein kann, mit klassischer Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative.
Ein Welt-Rechtsstaat über den Nationalstaaten also.

(Dies deckt sich mit meinen Vorstellungen von einer Welt-Föderation, die ich für mich “WELTBUND aller NATIONEN und VÖLKER der ERDE” getauft habe. Sie können Ihren Weltstaat auch gerne Welt-Republik, Welt-Union, Vereinigte Staaten der Erde oder Bundesrepublik Gaia nennen.)

Leider ist beiden Werken das ihnen gebührende Echo in der deutschsprachigen Öffentlichkeit versagt geblieben, was schon deswegen ungemein schade ist, weil damit der befruchtende Gedankenaustausch über das „Wie kommen wir dahin?“ unterbleibt.

Neben all den der Vernunft entspringenden Gründen, die sowohl Bender als auch Leinen/Bummel für die Schaffung eines Weltstaates in ihren Büchern anführen, gibt es jedoch einen weiteren Aspekt, den wir nicht übersehen dürfen:

Die Probleme, die wir auf der Erde haben, sind nicht wirtschaftlicher oder juristischer Art. Im Gegenteil: Unser Welt-Wirtschaftssystem funktioniert derart effizient, daß wir soviel Geld wie niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte generiert haben, unsere Technik entwickelt sich in Zehnerpotenzen senkrecht durch die Decke und unser Rechtswesen erlebt gerade in Form der TTIP-Verträge wohl seinen elaborativen Höhepunkt. Bedauerlicherweise begünstigen diese wie geschmiert, aber völlig unsolidarisch laufenden Systeme ausschließlich ihre Erschaffer und Nutznießer, zeigen aber bei nüchterner Betrachtung in großer Deutlichkeit auf, über welche Schöpferkraft der Mensch verfügt und zu welchen Leistungen der menschliche Geist fähig ist. Wenn wir wollten und all unsere wirtschaftliche und technische Potenz auf ein Ziel vereinen würden, wären die Probleme der Welt praktisch morgen früh erledigt, derart exzellent arbeiten die Bereiche Wirtschaft und Rechtswesen.

Jedoch führt dies nach Rudolf Steiner zu der zwingenden Erkenntnis, daß etwas mit dem 3. Grundpfeiler unserer menschlichen Gesellschaft, dem Geistesleben, nicht stimmen kann. Und tatsächlich sind die Probleme, die wir auf der Erde haben, hauptsächlich spiritueller Natur. Es hängt unmittelbar damit zusammen, an was wir glauben. Insbesondere glauben wir an ein Naturgesetz, wonach jeder einzelne Mensch um seine Existenz ringen muß und mit jedem anderen menschlichen Individuum in Konkurrenz steht, daß es ohne Klassenkampf keine grundlegenden gesellschaftlichen Verbesserungen für alle gibt und daß auch unsere Völker und Nationen auf der Welt einem ständigen Wettbewerb unterliegen, egal ob es um Ressourcen, Herrschaftsgebiet oder Deutungshoheit geht.

Doch das Darwin´sche Dogma vom Recht des Stärkeren hat sich als der Menschheit nicht dienlich erwiesen. Die gesamte beseelte Natur funktioniert im Gegenteil nach den Prinzipien von Solidarität und Empathie.

Daraus wiederum folgt, daß wir, um unsere Probleme lösen zu können, die Glaubens-Richtung komplett umdrehen müssen, was die wahre Natur des Menschen angeht. Von immerwährend kämpfen müssendes, von allen anderen getrenntes Einzelwesen auf friedliches und symbiotisches Individuum in einer solidarischen Menschheitsgemeinschaft. Glücklicherweise kann eine entsprechende Veränderung des kollektiven Bewußtseins auch tröpfchenweise herbeigeführt werden, sodaß der Menschheit jeder Einzelne weiterhilft, der für sich selbst diese Kehrtwendung im Glauben und im Selbstverständnis vollzieht.

Was aber hat das nun alles mit dem Weltbund zu tun und wo liegt das spirituelle Problem?

Nun, solange jeder, der sich mit dem Thema Einigung der Menschheit in Frieden und Freiheit beschäftigt, zwar zustimmend nickt, wenn das Erfordernis der Schaffung einer global legitimierten Administration etwa in Form einer Weltrepublik ins Spiel gebracht wird, aber in seinem Innersten nicht so recht daran glaubt, daß wir das tatsächlich zustande bringen, werden wir das auch nicht zustandebringen. Ändern wir unseren Glauben, jeder einzelne von uns, und wir werden es schaffen, die Welt nach demokratischen Prinzipien zu einen.

Machen wir den Weltbund zu unserer Herzenssache.

A.K., 20.12.2018

 

[1] Jo Leinen/Andreas Bummel, Das demokratische Weltparlament, Dietz-Verlag 2017

[2] Ignaz Bender, Weltordnung. Der Weg zu einer besser geordneten Welt, DWV-Verlag 2017